Konsequenzen für den Unterricht
Generell gilt, dass Schüler*innen mit Epilepsie aufgrund ihrer Erkrankung nicht grundsätzlich anders behandelt werden sollten.
Werden Auffälligkeiten beobachtet sollten…
- Erziehungsberechtigte oder Ärzt*innen informiert werden, um ggf. Therapiemaßnahmen anzupassen,
- eine möglichst differenzierte Diagnostik der genauen Defizite erfolgen sowie
- individuelle Fördermaßnahmen eingeleitet werden.
In der folgenden Grafik sehen Sie beispielhafte Fördermaßnahmen. Im konkreten Fall muss individuell überlegt werden, welche Maßnahmen sinnvoll sind.
Mögliche Fördermaßnahmen:
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- individuelles Lerntempo ermöglichen
- Nutzung offener Unterrichtsmethoden
- Routinen
- Pausen & Erholungsmöglichkeiten
- kurze Arbeitsphasen
- Sitzplatz weit vorne in der Klasse
- Token-Systeme
- Zerlegung komplexer Aufgaben in Kleinschritte
- kurze Instruktionen über verschiedene Sinneskanäle
- Gedächtnisstützen 2-6
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Zudem sollten den Schüler*innen Erfolge ermöglicht werden und Über- oder Unterforderungen unbedingt vermieden werden.1
Bei erheblichen und nachhaltigen Beeinträchtigungen kann zudem überlegt werden, einen Nachteilsausgleich zu beantragen.3 Weitere mögliche Maßnahmen bei schweren Beeinträchtigungen sind:
- die Wiederholung einer Klassenstufe sowie die
- Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs2,7
Im Folgenden finden Sie Informationen zu Abgaben und Prüfungen sowie zum Ausgleich von Fehlzeiten, die auch bei epilepsiekranken Kindern und Jugendlichen ohne kognitive Beeinträchtigungen oder Lernstörungen relevant werden können.