Hinweise zur Barrierefreiheit

Du bist hier:
< Alle Themen

Grundlagen der Barrierefreiheit

Ziel der Lernmodule ist, dass alle Interessierten diese nutzen können. Aus diesem Grund werden Lernmodule als Open Educational Resources (OER) veröffentlicht. Damit jedoch wirklich alle diese nutzen können, sind einige Aspekte der Barrierefreiheit im Internet bei der Erstellung zu berücksichtigen.

Wahrnehmungskanäle beachten

Generell sollten bei der Erstellung von Lernmodulen unterschiedliche Wahrnehmungskanäle berücksichtigt werden, z.B. insofern, dass Informationen nicht ausschließlich akustisch dargestellt werden sollten. Diese sind beispielsweise von Menschen mit Hörbeeinträchtigungen nicht oder nur erschwert zu verarbeiten. 

Die folgende Infografik erläutert diesen Sachverhalt näher:

Grafik „#aa11y Was hat Internet mit Behinderung zu tun?“ von Laura Franke für >>school is open<< unter CC BY-SA 4.0 via https://infogram.com/545a03a3-e7ed-4552-8849-27043ec5297e. Bearbeitung: Zuschnitt auf ein Textfeld von Annika Bußmann.

4 Kernprinzipien barrierefreier Gestaltung

Aus den Wahrnehmungskanälen sind 4 Kernprinzipien barrierefreier Gestaltung abzuleiten.
Bitte beachten Sie diese bei der Konzeption und Erstellung Ihres Lernmoduls:

  1. perceive: Inhalte sind auf vielen Wegen zugänglich.
  1. operable: Die Website ist über viele Wege steuerbar und nutzbar.
  1. understandable: Der Inhalt und das Interface sind für Nutzer_innen verständlich.
  1. robust: Der Inhalt ist von diversen Nutzer_innen konsumierbar und kann mit technischer Assistenz verwendet werden.

Text entnommen aus Grafik „#aa11y Was hat Internet mit Behinderung zu tun?“ von Laura Franke für >>school is open<< unter CC BY-SA 4.0 via https://infogram.com/545a03a3-e7ed-4552-8849-27043ec5297e.

Icon Hinweis

Wichtig ist herauszustellen, dass alle NutzerInnen von einer Barrierefreiheit in den Lernmodulen profitieren. Barrierefreiheit führt zu einer erhöhten Nutzungsfreundlichkeit und Zugänglichkeit für alle.

Weiterführende Informationen zur Barrierefreiheit in der digitalen Lehre finden Sie auf der Website des Servicezentrum Inklusion der Universität zu Köln. 

Eine Zusammenfassung der Bedürfnisse verschiedener Personengruppen finden Sie außerdem in einer Veröffentlichung des Britischen Innenministeriums. Leider ist diese momentan nur in englischer Sprache verfügbar.


Inhalt

Die in Folge aufgeführten Informationen beziehen sich explizit auf die Erstellung von Lernmodulen auf digilehre.zflkoeln.de und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Verwenden Sie bitte:

  • die Funktion „Formate“ und Überschriften (unter „Absatz“ zu finden) zur Formatierung.
  • prägnante Formulierungen bei der Wahl Ihrer Überschriften.
  • kurze und sprachlich angemessene Textpassagen.
  • aussagekräftige Texte bei Verlinkungen (nicht: „hier“, besser: „Weitere Informationen“).
  • keine Tabellen mit vielen Spalten, sondern Listen (s. Formatvorlagen).

Bilder & Grafiken

Bilder und Grafiken sind ein gutes Mittel, um das Verständnis zu erleichtern. 

Beim Einsatz beachten Sie bitte folgende Punkte:

  • Bilder und Grafiken ersetzen keinen Text – sie bestehen immer nur zusätzlich.
  • Vermeiden Sie rein visuelle Anleitungen.
  • Nutzen Sie Bilder oder Grafiken, die kontrastreich sind und gut lesbare, serifenfreie Schriftarten.
  • Bilder und Grafiken benötigen Alternativtexte (s. nächster Punkt).

Alternativtexte

Alternativtexte helfen blinden Menschen und Menschen mit Sehbeeinträchtigungen Bilder und Grafiken inhaltlich zu erfassen. Diese nutzen Internetseiten oftmals mit einem Screenreader, der Texte – und auch Alternativtexte – vorlesen oder anderweitig ausgeben kann. Außerdem helfen Alternativtexte auch, wenn Bilder und Grafiken aufgrund technischer Probleme nicht angezeigt werden können und erhöhen die Auffindbarkeit von Inhalten über Suchmaschinen.

Bitte fügen Sie jedem Bild, das Sie hochladen und nutzen einen entsprechenden Alternativtext hinzu. Alternativtexte können über die Medienbibliothek eingefügt werden. Wählen Sie das entsprechende Bild aus oder laden es hoch und geben den Alternativtext im entsprechenden Fenster („Alternativer Text“) ein.

Wichtig ist, dass die Alternativtexte treffend formuliert sind. Beachten Sie deswegen bei der Formulierung dieser bitte folgende Punkte:

  • Rein dekorative Bilder und Grafiken benötigen keinen Alternativtext. Falls Sie sich unsicher sind, schreiben Sie jedoch besser einen.
  • Alternativtexte geben Inhalt und Funktion des Bildes wieder. Beachten Sie den Kontext, in dem das Bild steht und bringen diesen in Ihre Beschreibung ein.
  • So kurz wie möglich, so lang wie nötig – Richtwert: 80 bis 100 Zeichen.
  • Vermeiden Sie Formulierungen wie “Dieses Bild enthält…/Foto von…”, da der Screenreader bereits vor dem Vorlesen des Alternativtextes darauf aufmerksam macht. Hier würde es sich um eine unnötige Dopplung handeln.
  • Halten Sie die Alternativtexte objektiv und vermeiden Interpretationen.
  • Kontrollieren Sie Ihren Alternativtext immer auf Rechtschreibung und Zeichensetzung.

Weitere Informationen zur passenden Formulierung von Alternativtexten finden Sie in diesem Blogbeitrag von Lucia Clara Rocktäschel


PDF-Dokumente

Auch pdf-Dokumente sollten barrierefrei gestaltet sein, wenn Sie diese in Ihr Lernmodul – z.B. als Zusammenfassung – einbinden. Dabei sind bitte die folgenden Punkte zu beachten:

  • Scannen Sie niemals Dokumente ein. Diese sind für Screenreader nicht lesbar.
  • Nutzen Sie auch hier Formatvorlagen (z.B. die Überschriften-Formate aus Word) sowie Vorlagen für die Listen- und Tabellenerstellung.
  • Erstellen Sie ein automatisches Inhaltsverzeichnis bei längeren Dokumenten.
  • Fügen Sie Seitenzahlen hinzu.
  • Achten Sie darauf, dass die richtige Sprache im Dokument eingestellt ist.
  • Nutzen Sie kontrastreiche Abbildungen, serifenfreie Schrift und mindestens einen 1,5-fachen Zeilenabstand.
  • Nutzen Sie keine automatische Silbentrennung.
  • Nutzen Sie statt vielen Leerzeichen immer die Tabulatortaste, da die Leerzeichen sonst einzeln vorgelesen werden. 
  • Fügen Sie auch in  Word Alternativtexte für Bilder und Grafiken hinzu.
  • In Word lässt sich unter dem Reiter “Überprüfen” die Barrierefreiheit des Dokuments testen.
  • Nutzen Sie Hyperlinks und Querverweise.

Die Universität zu Köln hat eine umfangreiche Hilfestellung zur Erstellung digitaler pdf-Dokumente veröffentlicht. Hier finden Sie auch eine Checkliste mit der Sie die Barrierefreiheit Ihres Dokuments überprüfen können.


Weitere Informationen

Sie interessieren sich für die barrierefreie Erstellung von digitalen Lernmaterialien? 

Die Universität Rostock hat den Online-Kurs “Offener Online-Kurs zur Erstellung barrierefreier Lehrmaterialien und Dokumente” veröffentlicht, der sich vertiefend mit dieser Thematik beschäftigt und für alle Interessierten offen ist. Zielgruppe sind primär Lehrende, die Ihre Veranstaltungen und Materialien barrierefrei gestalten möchten.

Inhaltsverzeichnis
Zur Werkzeugleiste springen